Prüfen, entwickeln, anpassen

Das Ziel.

Ich befasse mich nun schon seit einigen Monaten mit meinem Gründungsvorhaben, meiner Unternehmung. In dieser Zeit gab es sehr viele Möglichkeiten, mein Geschäftsmodell zu prüfen. Und zwar unter den verschiedensten Blickwinkeln.

Der inhaltliche Check

Die Frage „Laura, was hast Du jetzt eigentlich konkret vor?“ habe ich in letzter Zeit häufig Male gestellt bekommen. Und ich bin sicher, wer mich vor einigen Monaten gefragt hat, bekam eine ganz andere inhaltliche Antwort wie jemand, der mir diesselbe Frage vor ein paar Tagen gestellt hat. Verwunderlich? Ja und nein. Eigentlich bin ich sehr froh, dass sich mein Geschäftsmodell ändert, wandelt und ich über die letzten Monate herausgefunden habe, was ich machen will. Und dazu gehört auch, dass ich mich mit den Themen befasst habe, die ich nun doch nicht machen will, oder kann, oder mag. Je nach Sichtweise. Wichtig für die ersten Überlegungen zu meiner Unternehmung waren die inhaltlichen Anfänge in jedem Fall. Denn nur darauf aufbauend habe ich meine Ideen weiter entwickeln können.

Ein Beispiel dazu: aus den letzten Jahren heraus hat mir – ehrenamtlich – die Unterstützung der Blechblaskombo Salettlmusi sehr viel Freude gemacht. Durch diese Beschäftigung bin ich überhaupt erst auf die Idee gekommen, die sichere Angestelltenwelt zu verlassen und eine eigene Agentur zu gründen. In den letzten Monaten habe ich herausgefunden, dass es vor allem ein Teilaspekt bei der Zusammenarbeit mit den Musikern ist, der mir Spaß macht, nämlich Kommunikation und Marketing. Und dass es auf der anderen Seite einen Teil-Bereich gibt, das Booking-Geschäft, bei dem ich wenig Erfahrung habe, der mir derzeit keinen Spaß macht und v.a. auch in Zukunft voraussichtlich keinen Spaß machen wird. Eigentlich hatte ich meine Selbständigkeit auch auf diesem Geschäft fußen wollen. Aber: keine Freude daran heißt auf lange Sicht keine Lust, nur Frust und vor allem kein Erfolg.

Wo die eine Türe zu geht, geht eine andere auf….

Neu zu meinen Unternehmensaufgaben dazugekommen, ist das Thema Künstlervermittlung, und zwar an Musikhäuser, Kunsthäuser und andere, die projektbezogen mit Musikern zusammenarbeiten. Dafür greifen diese Häuser auf Profis zurück und sind dankbar, wenn sie, gerade beim Engagement mehrerer Musiker zum gleichen Projekt, auf die Kooperation mit Agenten zur Musikersucher, sowie Vermittlungs- und Vertragsarbeit zurückgreifen können. Gerade hat sich für mich hier eine Möglichkeit mit einem renommierten Opernhaus im asiatischen Raum aufgetan, die für eine Wagneroper vier Trompeter aus dem deutschsprachigen Raum verpflichten wollen.

Erfolg entwickelt sich – die wissenschaftliche Betrachtungsweise

In der Wissenschaft gibt es einen ganzen Forschungszweig, der sich mit der Entstehung und Entwicklung von Veränderungen bei Gründungsideen und -konzepten auseinandersetzt. Die Kurzfassung davon, oder besser gesagt, das was ich mir davon gemerkt habe, ist: ein Gründungsvorhaben braucht einen Plan, und zwar unter mehreren Teilaspekten, wie Ziele der Unternehmung, Marktbetrachtung, Wettbewerbsanalyse, Planung und Finanzen, Ausblick. Soweit der Plan. Und dann kann auch genau das passieren, was mich bei Gründungslegenden oder Pionieren immer wieder sprachlos macht. Wenn Bill Gates oder Steve Jobs gefragt wurden, ob sie anfänglich (bei ihrem Unternehmens-Start in ihren Garagen) vorhatten, das zu tun, womit sie letztendlich erfolgreich geworden sind, dann war die Antwort ein klares „Nein“. Ihre Antwort lautet aber so ähnlich wie: „ich musste irgendetwas anfangen, und der Rest hat sich dann entwickelt.“ Langer Rede kurzer Sinn, in der Wissenschaft nennt man diese Entwicklung „emergente Strategien“. Sie benötigen einen fruchtbaren Boden, einen Plan und dann die Flexibilität der Planänderung und -anpassung. Herrlich! Mir gefällt dieser Ansatz sehr gut, weil ich mir so die wissenschaftliche Legitimation für eine Weiterentwicklung meiner Pläne immer wieder vor Augen halten kann.

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